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MP3 Flohmarkt ReDigi - Darf ich gebrauchte MP3-Dateien verkaufen?

Geschrieben von DJ Rewerb  
04.01.2012

ReDigiAuf Tapeziertischen breiten Händler ihre Waren aus. Das Bild der Flohmärkte gleicht sich am Samstag in einer beliebigen Großstadt. Seit Jahrzehnten werden dort auch gebrauchte Schallplatten und CDs verkauft.

Vinyl-Schallplatten bieten die Flohmarkt-Händler zwar immer seltener an. Die schweren Kisten mit gebrauchten Schallplatten sind mittlerweile unter oder neben den Verkaufstisch gewandert. Trotzdem bedienen Second-Hand-Plattenverkäufer eine Nische im globalen Musikmarkt. In jeder größeren Stadt finden sich auch immer noch Geschäfte, die auf den Handel mit gebrauchten Tonträgern spezialisiert sind.
Nie wäre es jemand in den Sinn gekommen, diese Händler wegen Urheberrechtsverletzung zu verklagen. Warum auch?

Das Start-up-Unternehmen ReDigi hatte die grandiose Eingebung, den Second-Hand-Gedanken auf Musik in Dateiform zu übertragen. Die Idee ist so einfach, wie sie genial ist. Dabei stellt sich schon die Frage: "Warum ist eigentlich niemand vorher auf die Idee gekommen?"

Gibt es so etwas wie gebrauchte Musik-Downloads überhaupt? Die Dateien nutzen sich schließlich nicht ab - im Gegensatz zu Vinyls, Kassetten und CDs. Diesen Tonträgern setzen Staub, Kratzer, Hitze und Wasser ein natürliches Ende. Bei der nächsten Party landet der Inhalt einer Bierflasche versehentlich in der CD-Sammlung. Schallplatten fangen an zu Knistern.

Und das nächste Sommergewitter wartet nur darauf unzählige Keller unter Wasser zu setzen. Ein Alptraum, wenn die sorgsam gehüteten Vinyl-Schätze des vergangenen Jahrhunderts unter einer Lawine aus Schlamm und Wasser begraben werden.

Die digitale Neuauflage der Second-Hand-Idee hat sogar Apple verschlafen. Oder gibt es Songs von Rihanna und DG als gebrauchte Datei bei iTunes? Amazon bietet zwar einen Marktplatz für gebrauchte Bücher. Bei Second-Hand-Musik-Downloads herrscht dagegen ebenfalls Fehlanzeige.

Die Geschäftsidee von ReDigi verdient also höchste Anerkennung. Vom Verkaufspreis ein und derselben Datei bekommen sie immer wieder einen Anteil ab. ReDigi hat praktisch das Perpetuum mobile des Musikverkaufs erfunden.
Der nächste logische Schritt wäre ein Markplatz für gebrauchte Apps, E-Books und digitale Filme.

ReDigi hat für den Verkauf an alles gedacht. Ein Programm scannt den Rechner nach Musik die legal erworben wurde. Der Verkäufer wählt die Musik-Dateien aus, die er loswerden möchte. Danach werden die Songs vom Anbieter auf die Server kopiert. Zusätzlich löscht das Programm alle Kopien der Songs von allen synchronisierten Geräten des Verkäufers. Die Musik ist bereit für den Weiterverkauf. Denkt jedenfalls der normal Musik-interessierte Laie.

Den Major-Plattenlabels Universal, Sony, Warner und EMI gefällt diese Vorstellung jedenfalls ganz und gar nicht. Sie spannen die Anwälte vom US-Musikverband RIAA (Recording Industry Association of America) ein und verklagen ReDigi wegen Urheberrechtsverletzung. Statt das Potenzial dieses Geschäftsmodells auszunutzen, folgt die reflexartige Reaktion nach bekannten Mustern: Erst mal Klagen!

Kopie oder Nicht-Kopie, das ist hier die Frage

Das Verfahren von ReDigi hat einen technischen Haken der sich als böser Boomerang erweisen könnte. Und genau darauf zielen die Anwälte der RIAA ab. Von der Musikdatei wird eine Kopie erzeugt, die auf den ReDigi-Servern gespeichert werden. Es ist ja gar nicht möglich die gleichen Bits über die Internet-Leitung zu schieben und dort als identisches Bit wieder abzuspeichern.

Juristen mögen den Kopiervorgang als interessante Streitfrage diskutieren. An dieser Stelle unterscheidet sich die rechtliche Einschätzung ganz deutlich vom gesunden Menschenverstand.

Treiben wir diese Frage auf die Spitze. Bei jedem Abspielen erzeugt das digitale Abspielgerät eine Kopie der Musikdatei im Speicher. Wie oft darf also die Musik abgespielt werden, wenn der private Nutzer keine Kopie der Datei erzeugen darf?

Bereits beim erstmaligen Kauf der Musik wird die Datei als Kopie beim Käufer gespeichert. Dieser erste Kopiervorgang findet allerdings die ausdrückliche Zustimmung und Genehmigung des Verkäufers bzw. Rechteinhabers.

Von DJ-Plattenshops im Internet beziehe ich eine Kopie der Musik-Datei. Diese Datei kopiere ich von einem Download-Ordner in einen Bearbeitungs-Ordner (erste Kopie). Dort tagge ich die Datei nach meinem eigenen System und verändere den Dateinamen (zweite und dritte Kopie).

Danach rechnet Mixed-In-Key die Tonhöhe sowie die Geschwindigkeit aus und verändert ebenfalls den Dateinamen (vierte Kopie). Den fertig bearbeiteten Song kopiere ich in einen neuen Ordner (fünfte Kopie). Dort scannt die Pioneer-Software Rekordbox den Song erneut und kopiert ihn auf einen USB-Stick (sechste Kopie).

Der CD-Player liest den Song aus dem USB-Stick in den Speicher und spielt in ab (siebte Kopie). Also benötigt es mindestens sieben Kopien bis das Lied eines Online-Shops das erste Mal über die Boxen einer Discotheken-Anlage zu hören ist.

Verkaufe deine Musik im Netz: redigi.com.

 

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