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DJing ist eine Sucht - Warum ich ein zweites Mal mit dem Auflegen angefangen habe?

Geschrieben von DJ Rewerb  
11.06.2017

DJing ist eine Sucht - Warum ich ein zweites Mal als DJ angefangen habe?DJing ist eine Sucht. Ich kam nicht davon los, obwohl ich sechs Jahre lang abstinent gelebt habe. Doch im Kopf bin ich immer ein DJ geblieben.

Aus vielen E-Mails und persönlichen Gesprächen weiß ich, dass ich damit nicht alleine bin.

Nachdem ich meine Ausbildung und mein Studium abgeschlossen hatte, war ich im vorbildlichen Leben angekommen, zumindest an normalen Bewertungskriterien gemessen.

Einige Jahre hatte ich ein relativ gutes Einkommen genossen. Doch dann widmete ich mich erneut meinem größten Hobby. Außerdem war ich damals wieder Single, ich ging wieder in Discos und traf mich mit alten Freunden.

Den Fuß wieder in Clubs setzen und andere DJs beobachten

Nach sechs Jahren stand ich also das erste Mal wieder alleine in einer Discothek. Dort kannte ich niemanden mehr. Ich kam mir vor wie ein Außenseiter. Nicht nur, weil weil ich ungefähr 12 Jahre älter war, als die Durchschnittsbesucher.

Was machte ich hier? Typisch für einen frisch gebackenen Single, wie mich, der nach einer langen Beziehung glaubt, jetzt wieder das Nachtleben erkunden zu müssen.

Aber das war es nicht, was mich in den Club trieb. Auch nicht die Musik. Gerade lief irgendein Hip-Hop-Song, den ich noch nie zuvor in meinem Leben gehört hatte. Die Leute auf der Tanzfläche hatten Spaß und feierten.

Erlangens beste Discothek war bis zum Anschlag voll. Ich holte mir ein Bier an der Bar und besuchte einen Freund im DJ-Bereich.

DJing ist eine Sucht

Wie der Zufall es wollte, kannte ich einen der erfolgreichsten DJs in meiner Heimatstadt. Deshalb hing ich also jedes Wochenende neben dem DJ-Bereich ab.

Als er mich fragte, ob ich mal eine Scheibe auflegen will, zögerte ich keine Sekunde. Natürlich gäbe es nichts Großartigeres für mich.

Dieser Moment im Paisley in Erlangen fixte mich sofort wieder an. Ich sah die Bewegungen der Meute auf der Tanzfläche. Das hatte ich vermisst. Und das wollte ich wieder erleben.

Allerdings hatte ich nach sechs Jahren Spielpause, keinerlei Übung mehr beim Beatmatching. Deshalb verhaute ich den Mix und die Musik endete in einem grandiosen Offbeat-Gewitter. Vielleicht war ich auch einfach viel zu nervös.

Und so ging ich ein zweites Mal in die Lehre eines DJ-Mentors. Denn während meiner DJ-Pause von sechs Jahren hatte sich sehr viel verändert:

  • Meine gewohnten Doppel-CD-Player von Denon waren aus den Clubs verschwunden. Stattdessen dominierte Pioneer als Equipment-Hersteller plötzlich die Diskotheken.

  • Das galt auch für die Mischpulte, die jetzt Club-Mixer hießen und mit 3-Band-Equalizern ausgestattet waren.

  • Auch musikalisch war ich sechs Jahre stehen geblieben. Meine Hits, die Ende der 90er super gut funktioniert hatten, lockten nun niemand mehr auf die Tanzfläche.

So hing ich also einige Jahre im Schatten meine DJ-Mentors in den Clubs herum und lernte die aktuelle Musik kennen. Und ich musste sehr viel Musik nachkaufen.

Zwischenzeitlich kaufte ich mir ein neues Mischpult. Weil ich gedanklich noch in meinem studentischen Sparmodus gefangen war, stieg ich mit einem Behringer-Nachbau des Pioneer DJM 600 Mischpults ein. Außerdem reaktivierte ich meine Technics Plattenspieler.

Behringer Mischpult und Technics 1210 für Privatgigs

Damit hatte ich die notwendige Technik, um alleine bei Privatpartys aufzulegen. Mein DJ-Mentor vermittelte mir alle Bookings, die er nicht annehmen konnte. Je nach Bedarf mietete ich mir Musik- und Lichtanlagen von Freunden dazu.

Angst, ob ich nicht besser aufhören soll

Obwohl ich sehr viel übte, fühlte ich mich als DJs überhaupt nicht gut. Mehrfach überlegte ich sogar, ob es nicht besser wäre wieder mit dem DJing aufzuhören.

An einen Moment erinnere ich mich sehr genau. Weil ich mit dem Mixing nicht zurecht kam, wollte ich meine alten CD-Player mit in den Club nehmen. Für diese Idee war mein Mentor gar nicht zu begeistern. Stattdessen zwang er mich, nur die Technik im Club zu verwenden. Nach diesem Abend erwog ich ernsthaft den ganzen DJ-Job hinzuschmeißen.

Warum ich dennoch nicht aufgegeben habe, weiß ich nicht mehr. Vielleicht hielt mich der Adrenalinkick bei der Stange, oder die Vorstellung am Wochenende alleine Zuhause verbringen zu müssen.

Und so biss ich mich ein zweites Mal durch. Ich musste für spärlich besuchte Volksfeste spielen, erlebte abgefahrene Hausabriss-Partys, verbreitete orientalischen Flair bei einem Gartenfest von Superreichen, legte bei Hochzeiten auf und machte jeden Vorprogramm-Gig zu jeder Party, den ich bekommen konnte.

Eigene Partys und eine Reise nach Ibiza

Relativ schnell merkte ich, dass meine Kontakte zur Diskotheken-Szene nicht mehr aktuell waren. In den wichtigsten Clubs von früher hatten die Betreiber gewechselt. Außerdem dominierten neue Veranstalter die Partyszene. Ich kannte niemanden mehr.

Ich wusste, dass es Jahre dauern wird, bis ich mir ein neues Netzwerk aufbauen kann. Bis dahin legte ich weiterhin bei Hochzeiten auf und sprang als Ersatz-DJ ein.

Außerdem startete ich eigene Partyreihen mit Schwerpunkt House-Music. Mitte der 2000er Jahre war das jedoch zum Scheitern verurteilt, weil Hip-Hop und Black-Music die angesagte Mainstream-Musikrichtung war.

Doch jetzt dachte ich immer weniger ans Aufhören. Ganz im Gegenteil. Ich flog nach Ibiza und Miami, um House-Music in einem viel größeren Rahmen zu erleben.

Wenn du einmal die Musikanlage im Pacha Ibiza gehört hast, wird dein Technikstandard sehr weit nach oben verschoben.

Roger Sanchez live im Pacha, Ibiza

Dieses Durchhaltevermögen zahlte sich nun immer öfter aus. Über Notfall-DJ-Einsätze kam ich an meine ersten Solo-Gigs für Firmenfeste, den Nürnberger Opernball und Ü30-Partys.

Dabei konnte mich mein DJ-Mentor nicht mehr unterstützen. Entsprechend groß war mein Lampenfieber als ich das erste Mal für den Mainfloor der größten Ü30-Party in Regensburg auflegen sollte.

Gigs schrittweise ausbauen

Wie bei meinen ersten Anfängen gegen Ende der 1980er Jahre half mir vor 14 Jahren ein Mentor. Gleichzeitig organisierte ich eigene Partys und wurde für Privatpartys gebucht. So war ich fast jedes Wochenende als DJ oder Co-DJ unterwegs, ohne von Club-Gigs abhängig zu sein.

Dieser Weg funktionierte zwei Mal bei mir, um später auch an Club-Gigs zu kommen. Deshalb gebe ich dir im Anfänger-Guide den Tipp möglichst schnell bei Privatpartys von Freunden aufzulegen.

Hast du auch einmal mit dem DJing aufgehört und musstest du wieder bei Null anfangen? Wie lange hast du DJ-Pause gemacht? Warum hast du damals alles aufgegeben? Und wie hast du wieder angefangen? Schreibe deine Erlebnisse bitte als Kommentar.

 

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Mein Name ist Thorsten aka DJ Rewerb und diese DJ-Tipps schreibe ich, um dich als DJ auf neue Gedanken zu bringen. Nach 24 Jahren hinter dem Mischpult weiß ich, dass DJing sehr viel mehr ist als Lieder in einer Disco aufzulegen.

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