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Warum braucht jeder DJ einen angepassten Gehörschutz?

DJ Tipps
Geschrieben von DJ Rewerb  
Warum braucht jeder DJ einen Gehörschutz?

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass die meisten DJs erst handeln, wenn es für das Gehör fast zu spät ist?

Warte nicht auf das erste Pfeifen im Ohr, lege dir einen Gehörschutz zu. Und handle jetzt!

Angepasste Ohrstöpsel zum Auflegen

Sobald absehbar ist, dass du öfter in einem Club auflegen wirst, nimm deine ersten verdienten Euros und investiere das Geld der Gigs in einen professionellen Gehörschutz.

Auch wenn dir 200 Euro aus jetziger Perspektive sehr viel Geld erscheinen. Dieses Geld ist zunächst besser investiert als in Technik oder in neue Songs.

Dein Gehör ist ein wertvoller Bestandteil deines Kapitals als DJ. Wenn es weg ist oder beschädigt, dann beraubst du dich deiner Arbeitsmittel. Unfassbar, für die Erkenntnis brauchte ich 20 Jahre.

Hörst du das Vogelgezwitscher?

Sonntag früh, 6 Uhr. Du kommst aus dem Club. Die Nacht liegt hinter dir. Ein neuer Tag beginnt und es wird wieder hell. Eigentlich würden die Vöglein zwitschern, aber du nimmst die Welt nur noch gedämpft war.

Ich höre das Vogelgezwitscher wieder. Nach einer Disco-Nacht war das früher undenkbar. Jahrelang dachte ich es gehört zum Auflegen dazu, mit einem dumpfen Gefühl auf den Ohren aus der Discothek zu kommen.

Jeder DJ kennt dieses taube Gefühl. Beliebt ist auch ein Pfeifen auf den Ohren nachdem man am nächsten Tag aufwacht. Spätestens nach ein paar Stunden sind die Ohr-Geräusche wieder verschwunden.

Bis zum nächsten Gig ist alles vergessen oder - besser gesagt - verdrängt. DJs führen eben ein lautes Leben.

Zwei Tipps möchte ich allen DJs auf den Weg geben:

  • Kaufe den besten Kopfhörer den du mit Geld bezahlen kannst.
    Es muss ein geschlossenes System sein, mit hoher Außengeräusch-Dämpfung.

  • Lege dir noch heute einen Ohr-angepassten Gehörschutz (Otoplastik) zu.
    Probiere den Gehörschutz vor dem Auflegen aus und nimm dir Zeit, um dich daran zu gewöhnen.

angepasste Ohrstöpsel, Firma Egger
angepasste Ohrstöpsel (blau=linkes Ohr, rot=rechtes Ohr)
"Stecke den Gehörschutz eine halbe Stunde vor dem Gig ins Ohr. Die halbe Stunde ist wichtig, damit sich dein Gehör und Gehirn an die veränderte Akustik gewöhnt."
Diesen entscheidenden Tipp las ich in einem Musikerforum bei einer Diskussion über Elacin-Filter und anderen Gehörschutzsystemen.

Ich habe es gelesen und im E-Werk an Silvester 2011 ausprobiert. Es war meine Offenbarung für einen Gehörschutz. Die ganze Nacht spielte ich mit Musicsafe-Stöpseln im Ohr.

Als ich die Ohrstöpsel um 5 Uhr herausnahm, war das Gefühl ein Traum: kein Piepsen, kein dumpfes Gefühl auf den Ohren. Und das nach einem sieben Stunden Set, bei dem ich einer PA-Box direkt gegenüber stand. Die MusicSafe-Stöpsel waren nass geschwitzt und rutschten locker aus den Ohren.

Kosten für angepasste Ohrstöpsel

Ich habe so lange gewartet, bis es für mein Gehör fast zu spät war. Ein Grund dafür waren die hohen Kosten. Außerdem konnte ich keinen anderen DJ finden, der mir seinen Eindruck schildern konnte.

Bevor ich 200 Euro ausgebe, hätte ich gerne jemand gehabt, der mir sagen kann, wie sich ein angepasster Gehörschutz anhört. Das will ich als Tipp weitergeben, der mir fehlte:

Die Stöpsel hören sich fantastisch an und stören dich nicht beim Auflegen.
Kaufe dir einen angepassten Gehörschutz. Heute noch!

Nebenbei bemerkt, an den Ohrstöpseln verdiene ich keinen Cent. 

Welcher Gehörschutz ist richtig für mich?

Es gibt mindestens drei Systeme auf dem Markt

  • Einweg-Gehörschutz
    Ohropax kennt jeder. Die Wachs-Watte-Mischung schützt gut gegen Straßenlärm, wenn du schlafen willst. Zum Auflegen ist Ohropax ungeeignet.

  • Universelle Gehörschutz-Systeme für Musiker und DJs
    Das sind Silikon-Propfen, die du mit Dämpfungsfiltern an deine Anforderungen anpassen kannst. Wie zum Beispiel Musicsafe, die ich weiter oben bereits erwähnt habe.
    Ein universeller Gehörschutz ist besser als nichts, aber - nach meiner Erfahrung - rausgeschmissenes Geld. Außerdem ist die Gefahr hoch, dass du meinst es sei nicht gut mit Gehörschutz aufzulegen.

  • Angepasster Gehörschutz, individuell für deine Gehörgänge
    Sauteuer und trotzdem jeden Cent wert. Für den Ohrabdruck musst du zum Hörgeräte-Akustiker. Es sind zwei Einzelanfertigungen für das linke und rechte Ohr. Das macht einen angepassten Gehörschutz teuer. Doch der Aufwand lohnt sich. Ich betrete nie wieder eine Disco ohne meine "Egger ER-15"!

Mit meinem heutigen Wissen würde ich keine Sekunde zögern und sofort einen Gehörschutz anpassen lassen. Die Teile werden Otoplastik genannt.

Habe ich dich bereits jetzt überzeugt? Sehr gut, dann überspringe den Rest und:
1) Vereinbare einen Termin bei einem Hörgeräte-Akustiker deines Vertrauens
2) Nimm die mittlere Filterwirkung für den Anfang, ca. 15 db

Das Gehör ist wie ein Elefant, es merkt sich alles

20 Jahre legte ich ohne Gehörschutz auf. Die ersten Jahre in den Clubs verwendete ich außerdem einen offenen HiFi-Kopfhörer.

Für einen DJ ist das der absolute Gehör-Killer. Der Sound war zwar transparent und klar. Mir war nur nicht bewusst, dass ein Kopfhörer mit einem geschlossenen System meine Ohren geschont hätte.

Die Auswirkungen auf meine Ohren sind sehr deutlich am Einbruch der Hörkurve zu sehen. Mediziner nennen dieses Bild eine C4-Senke, die typisch ist für Lärmschäden am Gehör. Der größte Einbruch ist im Sprachbereich bei 4 kHz (Kilohertz). „Was hast du gesagt?!“

In der Grafik ist die Summe beider Ohren zu sehen. Die Linie mit den Quadraten zeigt meine "normale" Hörkurve. Die verschobene Linie darunter ist die Kontrollmessung mit Gehörschutz.

Hörkurve mit Elacin-Gehörschutz
Hörkurve mit Elacin-Gehörschutz
 

Mein Ohrenarzt meinte bereits vor zwei Jahren zu mir, ich sollte mir einen Gehörschutz anfertigen lassen. Mir leuchtete nicht ein, warum ich mir einen 15 dB-Filter in die Ohren stecken soll, um dann den Kopfhörer 15 db lauter drehen zu müssen. Schließlich würde der Kopfhörer in einem anderen Leistungsniveau arbeiten und eher verzerren. Das war ein ganz großer Irrtum.

Die Technik außen herum muss egal sein. Wichtig ist, dass am Trommelfell 15 dB weniger Lärm ankommt. Und es sind nicht nur 15 dB weniger, sondern 15 dB weniger über sieben Stunden.

Wie viel Dezibel hält das Ohr aus?

Im letzten Jahr bemerkte ich eine Veränderung beim Auflegen. Das Vorprogramm und die erste Stunde Prime-Time hatte ich gespielt, und plötzlich hörte ich den Sound immer dumpfer. Es war so, als ob meine Ohren einen Filter eingeschaltet hätten.

Ich spürte den Bass über die Füße, die Mitten wurden leiser und die Höhen waren fast ganz weg.

Das passierte mehrmals und ich beschloss mit Gehörschutz aufzulegen. Ich machte also so lange weiter, bis es nicht mehr anders ging.

Da ich nicht sicher sein konnte, wie es sich anfühlt mit Gehörschutz aufzulegen, bestellte ich den Gehörschutz von Musicsafe. Dort gehören je zwei Dämpfungsfiltern mit 15 dB (Farbe weiß), 17 dB (Farbe silber) und 19 dB (Farbe gold) zum Angebot. In Musikerforen kam die Klangqualität ganz gut weg und 30 Euro sind ein überschaubarer Betrag.

Experimente mit Musicsafe - Mein Leidensweg

Der erste Versuch mit Musicsafe aufzulegen war eine Katastrophe. Mit den Ohrstöpseln hörte ich während der Übergänge den Unterschied beider Lieder nicht mehr.

Also testete ich die Dämpfungsfilter schrittweise nach unten: von 19 bis 15 db. Mit 15 db ging es noch am besten. Das Sound-Empfinden war trotzdem dumpf, die Mitten waren überbetont. Außerdem kannte ich den Tipp noch nicht, die Ohrstöpsel eine halbe Stunde vorher einzusetzen.

In der riesigen Veranstaltungshalle in Plettenberg war ich froh über Ohrstöpsel. Hinter der PA stand eine Monitorbox die von allen fünf DJs an der Grenze zum Clipping betrieben wurde.

Wir mussten das Monitoring so laut stellen, um gegen den Sound der Monster-PA anzukommen. Den Gehörschutz verwendete ich vor und nach meinem Gig. In dieser Nacht retteten die Ohrstöpsel mein Gehör.

Zukünftig waren die Stöpsel zwar treue Begleiter, kamen aber kaum zum Einsatz. Bis zum ersten Gig im CVier. Dort erzeugt die Anlage im DJ-Bereich sehr merkwürdige Bass-Resonanzen.

Selbst hinter der PA war der Sound brachial und extrem Bass-lastig. Ich schraubte die goldenen Filter rein und war froh den Schalldruck nur gedämpft abzubekommen.

Das nächste Mal im Saal, E-Werk versuchte ich anfangs die 17 db Filter. Es war zu viel Dämpfung. Ich verwendete die Stöpsel nur widerwillig zwischen den Übergängen. Meistens auch nur auf dem linken Ohr (Vorhör-Ohr).

Es war dieser Abend im Dezember 2011 an dem ich die Veränderung an meinen Ohren das zweite Mal bemerkte. Meine Ohren wurden taub und das Mixen war eine Katastrophe.

Eine halbe Stunde lang verhaute ich jeden Mix, weil ich die Unterschiede nicht mehr heraushören konnte. Dann stellte ich das Monitoring anders ein und es klappte für den Rest der Nacht.

Im Parkcafe verwendete ich auf dem rechten Ohr einen 17 db Filter und auf dem linken Ohr einen 15 db Filter. Zwischendurch kontrollierte ich den Sound ohne Ohrstöpsel.

So konnte es trotzdem nicht weitergehen. Spätestens nach diesem Abend war mir klar, dass ich einen Profi-Gehörschutz benötige und mich nicht weiter mit dem 30 Euro-Zeug herumärgern will.

Der Ohrabdruck beim Hörgeräteakustiker

Es war Zeit für einen angepassten Gehörschutz aus Elacin. Also vereinbarte ich Ende Dezember 2011 einen Termin bei der Firma Hörgeräte Seifert, die gleich bei mir um die Ecke ist.

Natürlich fragte ich nach Referenzen. Fehlanzeige. Angeblich gäbe es zwar Musiker unter den Kunden, aber niemand der Auskunft geben könne. Das war die Initialzündung für diesen Blogpost.

Jeder Gehörgang ist anders, so individuell wie ein Fingerabdruck. Deshalb muss die Außenseite des Gehörschutz-Systems an dein Ohr angepasst werden. Dazu wird etwas Abdruck-Masse in den Gehörgang gespritzt.

Es dauert fünf Minuten, bis das Zeug fest ist. Und dann ist das zweite Ohr an der Reihe. Keine Angst, dieser Abdruck ist vollkommen schmerzfrei. Das Trommelfell wird mit etwas Watte geschützt.

Nach dieser Prozedur dauert es drei Tage bis zwei Wochen bis aus dem Abdruck deine individuellen Ohrstöpsel produziert werden.

Schützen die Filter und Otoplastik auch wirklich? Dazu machte ich einen Hörtest, bei dem die Hörkurve aus dem obigen Bild herauskam.

Filter-Stufen: -9 dB, -15 dB oder -25 dB 

In den individuellen Ohrstöpsel lassen sich Filterkapseln einsetzen. Diese Filter gibt es in mehreren Stufen und von unterschiedlichen Herstellern.

Momentan verwende ich -15 dB Filter. Damit komme ich sehr gut zurecht, wenn ich die Stöpsel eine halbe Stunde vor dem Auflegen in die Ohren stecke. Eventuell probiere ich bald die -25 dB Filter. Und dann gäbe es auch noch die Concha-Form für In-Ear-Kopfhörer ... dazu eventuell später mehr.

Update zu 25 dB Filtern

Mittlerweile verwende ich nur noch -25 dB Filterkapseln. Ein Video-Update zu 25 dB Filterkapseln und wie du sie wechseln kannst

Wie ist deine Meinung zum Gehörschutz?

Das sind meine Erfahrungen zum Gehörschutz. Es ist mir klar, dass man dieses Thema auch sehr medizinisch oder technisch angehen kann. Mediziner schreiben Romane über Tinnitus in allen Ausprägungen. Hersteller von Gehörschutz-Systemen betonen die hervoragenden SNR-Werte ihrer Produkte. Hörgeräte-Akustiker und Ohrenärzte sagen: Jeder sollte seinen Kopfhörer leiser stellen.

Aus meiner DJ-Perspektive sind das zu allgemeine Informationen. Weder HNO-Fach-Chinesisch noch Marketing-Geschwafel konnten mich für einen DJ-Gehörschutz begeistern.

Niemand konnte mir helfen. Kein Mensch konnte mir sagen: Wie fühlt es sich ein Gehörschutz beim Auflegen an. Dieser persönliche Eindruck hat mir gefehlt.

Ich musste 200 Euro riskieren, um herauszufinden: angepasste Ohrstöpsel fühlen und hören sich fantastisch an. Das will ich mit diesem Posting weitergeben.

Ich halte es für meinen großen Fehler ohne Profi-Gehörschutz aufgelegt zu haben. Könnte ich zu den Anfangstagen meiner DJ-Zeit zurückgehen, würde ich ab dem ersten Gig mit angepassten Ohrstöpseln im Ohr auflegen.

Interview mit Hörakustiker über angepassten Gehörschutz

Weil mir das Thema so wichtig ist, lud ich Andreas Schwer als Gast in die DJKanzel ein. Er arbeitet als Hörakustikermeister bei der Firma Egger, die meinen Gehörschutz produziert hat.

Die DJKanzel ist mein Podcast für Discjockeys, wo du dir Tipps von erfahrenen DJ-Kollegen abschauen kannst.

Hast du Anmerkungen oder Fragen zum Thema Gehörschutz für DJs? Dann schreibe mir einfach eine kurze E-Mail an thorsten@rewerb.com oder poste einen Kommentar weiter unten.

Verwendest du Stöpsel eines anderen Herstellers als Egger? Dann würde ich mich freuen, wenn du uns DJ-Kollegen verrätst, welche Erfahrungen du gemacht hast. Vorab vielen Dank dafür.

 

Kommentare 

 
-65#1nk11.03.2013 15:59
opfer
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+4#2georg17.03.2013 17:10
hallo thorsten,

vielen dank für diesen blogeintrag! ich will mir auch beim akustiker entsprechenden angepassten gehörschutz machen lassen. eine frage: welchen kopfhörer verwendest du mittlerweile? ich habe seit jahren den technics RP-DJ1200E, der relativ eng sitzt und auch gut für mich abschirmt. ich frage mich nur, ob er nicht zu sehr auf den gehörschutz drücken würde.

danke für deine antwort und grüße
georg
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0#3Thorsten Weber17.03.2013 18:23
Hallo Georg,
ich schwöre auf Sennheiser HD-25.
Mit dem Klappmechanismu s der Technics bzw. Pioneer Kopfhörer kam ich gar nicht zurecht. Geschmackssache :-)

Ich glaube nicht, dass die Membran des Kopfhörers auf den Gehörschutz drücken wird. Die wulstigen Schaumstoffpols ter halten den Lautsprecher ein paar Millimeter vom Ohr weg.

Als ich die Abdrücke machen ließ, habe ich der Hörgeräte-Akustikerin meinen Kopfhörer gezeigt. Eventuell können sie die Außenform etwas kleiner gestalten.

Aber - wie gesagt - die Kopfhörer-Membran drückt nicht auf meine Stöpsel.

Viele Grüße von der WMC,
Thorsten
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+4#4Carsten18.11.2013 21:38
Hallo Thorsten,

besten Dank für den Beitrag. Ich lege auch mit den Elacin (15 DB Dämpfung) auf und finde die ebenso großartig. Der Sound ist komplett unverfälscht und durch die individuelle Anpassung auch lange und angenehm zu Tragen. Natürlich schreckt der Preis ab, aber die 170 EUR sind einfach extrem gut investiert. Denn ohne gutes Gehör ist man eben auch nicht lange DJ.

Meistens schafft man sich so was aber an, wenn es eh zu spät ist und das Gehör schon geschädigt ist. Wenn die kleinen Härchen im Innenohr erst mal geschädigt sind, ist das unumkehrbar.
Wichtig wäre aber auch, dass die Party-Gäste auf ihre Ohren achten. Gut ¼ der Jugendlichen haben heute schon ein Gehörschaden. Bei dauerhaften Lautstärken über 85 DB wird das Gehör eben auch schon geschädigt! Und Diskotheken haben ja öfter weit über 100 DB.

Viele Grüße
Carsten
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+1#5Thorsten30.03.2014 22:07
Hallo Thorsten,

Die Alpine MusicSafe Pro mit silbernem Filter sind das linearste, was man als nicht angepasster Gehörschutz kaufen kann. Für Zuhörer die nicht 170 Euro für angepassten Gehörschutz ausgeben wollen.

Die Elacin ER-15 und ER-25 sind mit angepasstem Gehörschutz der linearste, derzeit verfügbare, Gehörschutz. Bei Disco-Pegeln von 105- 110 dB muss man aber zum ER-25 greifen. Sonst ist der Schutz nicht hoch genug.

Ich mache zwar keine Musik, aber ich habe ein lautes Leben. Auf der Arbeit trage ich den ER-15 und im Club den ER-25.

Danke für deinen Blog-Eintrag. Über Gehörschutz wird zu wenig gesprochen.

Grüße, Thorsten
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+1#6Adam17.11.2014 16:04
Hi Thorsten.

Danke für Deine detaillierten Ausführungen und Deiner Hommage an den Schutz des Gehörs. Ich teile Deine Meinung zu 100%. Ich bin seit 21 Jahren DJ und habe nach ca. 4 Jahren bereits den HD25 gekauft und wenig später die Elacin 15er. Ich kann mir einen Clubbesuch, ob als Gast oder Artist, und Konzertbesuche, Stadtfeste etc. ohne Gehörschutz gar nicht mehr vorstellen. Ich finde es absolut grenzwertig, gerade wo wir nun im digitalen Zeitalter angekommen sind, dass das Clipping für viele DJs gar keine Rolle mehr spielt. Die PAs können natürlich viel. Jedoch ist das Gehör des Gastes inzwischen der Willkür und Unwissenheit des DJs ausgesetzt. Ich kann, genau wie Du, nicht nur die Anfertigung des Hörschutzes empfehlen sondern sehe Hörschutz generell als "must have" in einem lauten Umfeld. Meine Hörkurve hat sich in der doch schon langen Karriere kaum verändert. Die beste Investition, die ich hätte machen können. Damals entsprach das vom Werteverhältnis her gerade in etwas dem, dass man mal 2 Wochen keine Platten kaufen konnte. So what? ;)
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0#7DJ Rewerb17.11.2014 16:46
Hallo Adam,
bei 21 Jahren hinter den Decks gratuliere ich dir, wenn das keine negativen Auswirkungen auf dein Gehör hatte.

Halten die ER15 Dinger wirklich 17 Jahre lang? Das wäre ja fantastisch.
Zum Weggehen nehme ich die Teile auch immer mit.

Wobei wir DJs doch die Hände am Regler haben und bestimmen können, wie laut es sein soll. Bei meinem letzten Gig bekam ich das interessante Feedback, dass die Musik genau richtig war, nicht zu laut und fast einen Tick zu leise. Ich nahm es als Kompliment.

Vielleicht hilft der DJ-Führerschein ja wirklich, um mehr Leute für das Thema zu sensibilisieren .

Schade, dass du damals keinen Blog geschrieben hast, den ich hätte lesen können.
Viele Grüße,
Thorsten
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0#8Adam18.11.2014 00:32
Ich gebe zu, ich habe inzwischen den 3ten Satz an Otoplastiken?, da sich meine Ohren mit der Zeit auch verändert haben. Filter kann man in der Tat reinigen und testen lassen. das habe ich mal gemacht, weil ein Stöpsel in der Waschmaschine gelandet ist. Feuchtigkeit ist nicht so gut für die Filter. Dennoch hat es das Ding wundersam überlebt. Ich wüsste aber nicht, wodurch bei sorgsamem Umgang die Lebensdauer beinträchtigt sein sollte. Müsste man mal in Erfahrung bringen.
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0#9Sabrina10.02.2015 16:14
Ich mache es so, dass ich die komplette Party mit meinem maßgefertigten Gehörschutz erlebe. Beim Auflegen jedoch nehm ich ihn raus, dreh die Monitorboxen etwas runter und arbeite eh nur mit meinen Technics Kopfhörern, gesplittetes Signal.
Frage ist, ob es Sinn macht den Gehörschutz drin zu lassen, dann müsste ich die Kopfhörer ja noch lauter machen, oder ob es nicht aufs gleiche rauskommt, wenn ich beim Auflegen ohne Gehörschutz arbeite. Vielleicht hat da wer ne Antwort drauf.
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0#10DJ Rewerb10.02.2015 17:05
Hallo Sabrina,

wie lange legst du dann auf?

Ich glaube es macht einen großen Unterschied, weil du über die 8 Stunden eines Gigs -15 dB weniger auf das Trommelfell bekommst.

Hast du schon mal probiert die Monitorboxen abzuschalten? Da du sowieso unter dem Kopfhörer mixt, brauchst du doch eigentlich keinen Monitorsound.

Viele Grüße,
Thorsten
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0#11Sabrina11.02.2015 11:41
Ich bin max 2 Std. am Stück dran. In der Regel 45 min.
Korrigiert ich wenn die Denkweise falsch ist, aber ob ich ohne Schutz aufleg und der Cue leiser ist, oder ich Schutz drin hab und den Cue lauter machen muss. Kommt doch am Ende fürs Ohr aufs Selbe raus oder?
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0#12Sabrina11.02.2015 11:42
Und die Monitorboxen lass ich dann eher für die Kollegen laufen, die mit hinterm Pult abhängen. Theoretisch könnte ich sie aber auch abstellen. Ja.
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+2#13Thorsten11.02.2015 13:52
Hallo Sabrina

Ohne Gehörschutz:
Umgebungslautst ärke 115 dB - Kopfhörerdämpfu ng 20 dB macht 95 dB am Ohr. Dann hast du die Kopfhörer wahrscheinlich lauter als die 95 dB um noch abhören zu können. Ich nehme jetzt mal 10 dB. Das heißt 95 dB + 10 dB macht 105 dB am Ohr.

Mit Gehörschutz:
Umgebungslautst ärke 115 dB - Kopfhörerdämpfu ng 20 dB -15 dB Gehörschutz macht 80 dB am Ohr. Dann hast du die Kopfhörer wahrscheinlich lauter als die 80 dB um noch abhören zu können. Ich nehme jetzt mal 10 dB. Das heißt 80 dB + 10 dB macht 90 dB am Ohr.

Auch 90 dB ist eigentlich zu viel, aber auf jeden Fall besser als 105 dB.

Es geht hier um das Verhältnis der Lautstärke. Mit Gehörschutz ist einfach alles auf einem anderen Lautstärkenivea u. Und damit Gehörschutz trotzdem wirksam.

Thorsten (Ich bin NICHT Thorsten aka DJ Rewerb. Ich habe nur zufällig den gleichen Namen.)
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0#14DJ Rewerb11.02.2015 14:21
Hallo Namensvetter,

vielen Dank für deinen mathematischen Beweis, während ich noch an einer Antwort für Sabrina getüftelt habe.

Von mir selbst kenne ich auch das Phänomen ohne Gehörschutz im Verlauf eines Abends immer tauber zu werden. Das Gehör gewöhnt sich an die 95 dB aus dem Beispiel ohne Gehörschutz. Mir kommt es dann fast zu leise vor, und ich stelle die Kopfhörer eher auf 108 dB. Im verlauf des Abends werde ich dann mit jedem Übergang noch lauter.

Ohne die Lautstärke wirklich nachzumessen, bleiben die ganzen dB-Werte natürlich theoretische Angaben.

Ein wesentlicher Faktor beim Gehörschutz ist auch die Zeit, die wir den hohen Lautstärken ausgesetzt sind.
Da macht es einen großen Unterschied, ob du 7 Stunden mit 90 dB unterwegs bist, oder gar mit 105 dB.

Meinen Gehörschutz nehme ich erst heraus, wenn der letzte Ton verklungen ist und ich die Musikanlage ausgeschaltet habe.
Letztes Wochenende habe ich die Stöpsel sogar wieder eingesetzt, als ich beim Fasching an der Absacker-Area vorbeikam, wo noch Musik lief.

Viele Grüße,
Thorsten (aka DJ Rewerb)
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0#15Thorsten11.02.2015 14:25
Die Umgebungslautst ärke ändert sich natürlich immer und überall aber ich brauchte ja was zum rechnen. Die Dämpfung des Gehörschutzes und der Kopfhörer ändern sich (bei richtiger Anwendung) nur sehr wenig.
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+1#16DJ Mono.Ton03.04.2015 18:57
Interessantes Thema.

Noch trage ich zwar keinen, aber aufm Investionsplan stehen die Stöpsel der Stille schon mal.

Ich handhabe es bei meinen Gigs immer so, dass ich den Master vor Veranstaltungsb eginn mit einem dB Messgerät einpegel, meist bei 90-92 dB und abhängig vom Standort der PA. Dieser Pegel wird dann den Abend nicht überschritten, je nach "Füllung" des Ladens geht die Lautstärke auch mal runter.


Munteres mixing

Tom
DJ Mono.Ton
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+1#17DJ BeatMaster23.04.2015 19:46
Ich habe seit kurzem auch einen angepassten Gehöhrschutz und finde es sehr gut und angenehm. Ich habe aber das Problem, dass ich, wenn ich übers Mic sprchen will, zu wenig von raußen höhre.
Habt ihr da einen Tipp für mich, wie das besser geht.
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0#18DJ Rewerb27.04.2015 17:46
Hallo DJ BeatMaster,

das Problem kenne ich auch von ganz normalen Unterhaltungen im Club.
Ich habe immer Bedenken, dass ich die Leute anschreie, weil ich mich selbst leiser höre.

Außerdem hörst du deine Stimme auch anders, weil du mehr über die Knochenleitung im Kopf hörst und weniger über die Luft.

Spontan hätte ich gesagt, nimm doch den Gehörschutz zum Moderieren heraus.
Oder machst du so viele Ansagen und sprichst du über die Musik?

Viele Grüße,
Thorsten

P.S.: Deine Frage werde ich für ein Interview im DJKanzel Podcast mitnehmen. Ich werde berichten, was der Hersteller empfiehlt.
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+1#19DJ BeatMaster03.05.2015 18:05
Vielen Dank DJ Rewerb.
Ich mach halt oft mal so kurze shoutouts, nenn ich es jetzt mal. Richtig Moderation kann man das nicht nennen, aber genau dann ist es ja wichtig, dass man mich versteht und dass das Mic-Signal nicht übersteuert. . . mal schauen evtl. gewöhnt man sich mit der zeit auch mehr und mehr dran.
In welcher Podcast folge wird das sein ;)
Greez DJ BeatMaster
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0#20DJ Rewerb17.08.2015 23:13
Hallo DJ BeatMaster,

was du beschreibst, nennt sich Okklusionseffek t. Die Otoplastik schliesst das Ohr ab, deshalb hörst du deine Stimme mehr über die Knochenleitung im Kopf.

Die ausführliche Antwort eines Hörgeräteakusti ker-Meisters hörst du im DJKanzel Podcast DJK8, ab Minute 33:55.
Dort habe ich deine Frage an Herrn Schwer von der Firma Egger weiter gegeben.



Wenn du den Gehörschutz schon vorher einsetzt, kannst du dich daran gewöhnen, wie Sänger mit In-Ear-Monitoring.

Hast du schon mal probiert bei den Ansagen dein Live-Signal über den Kopfhörer zu kontrollieren? Das mache ich bei allen Podcast-Aufnahmen so.

Viele Grüße,
DJ Rewerb
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+1#21Nightlife Photograph01.09.2015 18:16
Servus,

danke für den Artikel.

Wo hast du dir den zusätzlichen Filter/Dämmelement für deine Egger-Passform bestellt? Ich finde nur welche von Elacin, passen die ebenfalls?

Grüße,
Nightlife Photographer
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0#22DJ Rewerb01.09.2015 21:05
zitiere Nightlife Photograph:
Wo hast du dir den zusätzlichen Filter/Dämmelement für deine Egger-Passform bestellt?
r


Hallo Nightlife Photographer,

die 25 dB Filterkapseln habe ich bei dem Hörgeräteakusti ker gekauft, der auch meine Ohren abgeformt hat.

Die Firma Egger passt das Ohrpassstück an die Filterkapseln des Herstellers Etymotic Research (ER) an. Die Dämmelemente, die ich unter Elacin.de finde, sehen genauso aus, wie die ER-9 bis ER25.

Ich würde trotzdem zuerst in dem Geschäft fragen, wo du deine Ohrpassform hast machen lassen.

Viele Grüße,
Dj Rewerb
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+1#23Chris10.10.2015 19:58
Hallo und herzlichen Dank für den sehr informativen Beitrag. Ich bin, was die Musik betrifft, eher wissenschaftlic h unterwegs, ich verdiene mit meinen Ohren also auch mein Geld, allerdings hatte ich innerhalb kürzester Zeit 3 Hörstürze. Meine Ohren sind jetzt viel empfindlicher. Der Sound ist mir nun manchmal selbst in der Oper und auch oft im Alltag (viel) zu laut, dann tun mir auch mal die Ohren weh. Werde mir daher jetzt einen angepassten Gehörschutz zulegen, dabei hat mir der Artikel sehr geholfen.
Danke.
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+1#24Michael08.11.2015 21:48
Wie stehst du zum Thema In-Ear-Monitoring als DJ statt Gehörschutz? Die dämpfen ja auch nicht gerade wenig (25 dB bei meinen (Westone UM Pro 20 RC)).
Ist das nicht eine sinnvolle Alternative? Über DJTechTools bin ich auf diese Art des Mixens gekommen.
Danke für deine Antwort,

Grüße aus Bayern.
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0#25DJ Rewerb09.11.2015 09:20
Hallo Michael,

wäre bestimmt eine gute Alternative. Wie zufrieden bist du mit den In-Ears?

Einmal habe ich unterschiedlich e Versionen der Ultimate Ears ausprobiert.
Und da habe ich einen himmelweiten Klangunterschie d herausgehört, zwischen dem Modell für 300 Euro im Vergleich zu denen für 1.400 Euro.

Hast du das Gefühl den Bezug zum Publikum zu verlieren?
Wie kannst du dich bei 25 dB Dämpfung und Musik in den Ohren noch mit anderen Personen unterhalten?
Sind die Westone UM Pro 20 RC für deine Ohren angepasst? Denn ich kann mir schwer vorstellen, dass du mit Standard-Silikon-Ohranpassstücke n so eine hohe Dämpfung erreichen kannst.

In-Ear-Monitoring würde ich gerne ausprobieren. Vielleicht überbewerte ich meine Bedenken auch, was den Raumklang angeht.

Viele Grüße,
Thorsten
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0#26Michael09.11.2015 20:09
Hallo Thorsten,

da ich im Moment noch keine Gigs habe und noch eher Bedroom-DJ bin, kann ich zu dem Bezug zum Publikum nicht viel sagen außer, dass es situationsabhän gig ist. Ich habe vor paar Jahren drei Parties von Kameraden beschallt, auf der dritten endlich dann mit meinen In-Ears und ich kann sagen, man sieht zwar mehr die Leute, als sie zu hören, aber das reicht meiner Meinung nach aus.
In den wenigen Clubs in denen ich bis jetzt war, haben sich die DJs nie mit den Leuten unterhalten, da die DJ-Booth durch Securityleute "bewacht" wurde; aber unterhalten ist richtig, das kann man sich nicht mehr.
Gehörangepasst sind die nicht, sind aber quetschbar (kein Silikon, eher etwas härterer Schaumstoff), damit man sie gut einsetzen kann, diese sich dann ausdehnen und abdichten. Vielleicht keine 25 dB bei mir, aber es ist auf jeden Fall jede Menge. Ich würde zu behaupten wagen, dass die locker 18 - 20 dB dämpfen. (Wenn im gleichen Raum jemand spricht (normale Lautstärke) und man keine Musik auf den In-Ears hat, kann man die Person nicht auditiv wahrnehmen.)

Raumklang hat man trotzdem noch ein wenig, allerdings interessiert der Raumklang ja nicht wirklich, es geht ja eher ums Cuen und ein relativ treues Frequenzbild vom Mix - ein DJ kennt seine Tracks schließlich.

Die eigentliche Kunst des In-Ear Mixens ist es ja, den Main Mix UND den Cue auf den In-Ears zu hören, also die In-Ears nach Möglichkeit nicht herauszunehmen. Das finde ich auch so genial daran, denn man braucht nicht immer seine Hände, um irgendwelche störenden Kopfhörer auf dem Kopf rumzuschieben. Man hat immer alles auf den Ohren und kann die gewonnene Zeit in Deck C/D oder FX stecken.

Beste Grüße,
Michael
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0#27Larissa09.01.2016 22:12
Hallo zusammen

Ich arbeite in einem Konzerthaus an der Bar und trage den Elacin Gehörschutz 15db Dämpfung. Nun frage ich mich, ob ich doch nich lieber zu 25db wechseln sollte? Denn die Musik ist oft sehr laut und obwohl ich den Gehörschutz trage, habe ich das Gefühl dass meine Ohren nicht genug geschützt sind. Jedoch muss ich die Kunden auch verstehen können.
Was meinr ihr dazu?

Danke für Eure Hilfe.

Liebe Grüsse
Larissa
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0#28DJ Rewerb10.01.2016 11:34
Hallo Larissa,

theoretisch steigt die Sprachverständl ichkeit mit dem Gehörschutz.

Das Problem bei 25 dB Filtern kenne ich, wenn die Gäste ihre Musikwünsche loswerden wollen. An der Bar musst du ja noch häufiger mit den Leuten reden.

Geht es dir auch so, dass du zu laut redest und am Schluss heiser wirst?

Frage doch einfach mal bei deinem Hörakustiker-Geschäft nach, ob sie dir testweise zwei 25 dB Filterkapseln für ein Wochenende zur Verfügung stellen.

Dann kannst du die höhere Dämpfung ohne finanzielles Risiko ausprobieren.

Viele Grüße,
Thorsten
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+1#29Larissa17.01.2016 16:49
Hallo Thorsten

Vielen Dank für deine Antwort. Ich habe mich doch noch für die 25dB Filter entschieden und werde nun je nach Veranstaltung die Filter wechseln.
Ja, das ist mir auch schon passsiert, das ich heiser wurde.
Tolle Seite hast du da.

Viele Grüsse
Larissa
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+1#30Phil17.04.2016 17:23
Moin,
Ich hab mal `ne Frage von der Seite des "Publikums": Warum wird in Discos oft die Musik überhaupt so abartig laut aufgedreht? Mir ist klar, dass die Räumlichkeiten komplett beschallt werden sollen, bis in die letzte Ecke sozusagen, aber die Lautstärken die man Clubs und auf Partys vorfindet gehen oft weit darüber hinaus!
Welchen Sinn macht es, wenn ihr DJs hier über Gehörschutz diskutiert und evtl. auch einsetzt und das Publikum mit Gehörschaden nach Hause geht? Wie oft habe ich es schon erlebt, dass man sich nur noch mit kräftigsten Brüllen verständigen kann?
Versteht mich nicht falsch, ich mag laute Musik, ich mag Musik generell sehr gern, sofern sie einigermaßen meinem Geschmack entspricht. Ich werde auch mit über 80 noch Musik mögen, ich will Sie dann auch noch hören können!
Falls die Frage auftaucht, ja ich trage in Diskos, und auf Konzerten Gehörschutz.
Beste Grüße
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0#31DJ Rewerb18.04.2016 12:36
Hallo Phil!

Glückwunsch zu deiner Entscheidung, dass du einen Gehörschutz verwendest.

Deiner Frage nähere ich mich mal aus unterschiedlich en Perspektiven. Musik kann druckvoll, laut und trotzdem definiert wirken, wenn die Musikanlage perfekt auf den Raum abgestimmt ist.

Mit dieser Aussage beziehe ich mich auf Top-Discotheken wie das Pacha Ibiza. Dort fiel mir als Gast auf, wie viele Lautsprecher überall verteilt sind. Diese Mehrpunkt-Beschallung ist in kleineren Clubs und Partys fast nicht bezahlbar.

Auf der anderen Seite bitten mich die Gäste häufig die Musik lauter zu machen. Diesen Wunsch höre ich auch noch bei Schallpegeln, die mir selbst mit Gehörschutz zu laut erscheinen.

Solche Wünsche kann ich psychologisch erfüllen, indem ich kurz den Bass rein drehe, um den Gast zufrieden zu stimmen. Und wenig später regle ich die Lautstärke wieder herunter.
Falls sich solche Wünsche allerdings häufen und mir die Veranstalter auch noch sagen, dass ich unbedingt lauter machen muss, dann kann ich nur noch mit dem Kopf schütteln.

Bisher habe ich erst einmal in einem Club mit fest installiertem Messmikrofon aufgelegt. Bei vielen anderen Gigs bekomme ich fast immer den Befehl "Mach lauter!"

Natürlich kenne ich auch andere DJ-Kollegen, die von sich aus zu laut aufdrehen.

Ein weiterer Faktor ist die Zeit, in der du hohen Schallpegeln ausgesetzt bist. Ich lege acht oder neun Stunden auf. Viele Gäste sind jedoch nur zwei oder drei Stunden auf der Tanzfläche.

Viele Grüße,
Thorsten
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0#32Sven17.09.2016 16:58
Hallo Thorsten,

ich habe eine Frage zum Material. Ist das bei den Elacin-Stöpseln dasselbe Material wie bei den Musicsafe, bzw. ganz normalen In-Ear-Kopfhörern? Mein Problem ist, dass ich dagegen allergisch bin. Nach spätestens 10 Minuten jucken meine Ohren höllisch. Und daher kann ich bisher nichts derartiges nutzen.

Viele Grüße

Sven
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0#33DJ Alexander15.10.2016 12:32
Hi Thorsten, als mobiler DJ bin ich zwar immer noch selber Herr und Meister über meine Lautstärke, aber ich habe festgestellt, dass sehr viele Kunden während des Partyteils immer mal wieder "mach mal lauter" fordern. Dann gibt es auch Situationen, wo das Monitoring halt nicht so toll ist und ich dann selber zu laut werde, wenn ich die Mixe nicht sauber höre. Ich werde mir die nächsten Wochen auf jeden Fall einen Pro Gehörschutz machen lassen, denn ich werde demnächst in einem Club auflegen und dort hab' ich gesehen, dass die gerne mal 100 DB spielen. Deine Tipps und dieser Beitrag ist sehr gut. Ich bin jetzt seit über 30 Jahren in der Musikindustrie, nutze den Gehörschutz bei Konzerten und im Club. Mein Technicskopfhör er schottet den Schall von aussen gut ab, aber eben. -15 oder -25 DB gehen auch. Viel Spass mit der Musik!
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0#34Thorsten18.10.2016 17:08
zitiere Sven:
Ist das bei den Elacin-Stöpseln dasselbe Material wie bei den Musicsafe, bzw. ganz normalen In-Ear-Kopfhörern? Mein Problem ist, dass ich dagegen allergisch bin.

Hallo Sven,

meine Stöpsel - fachlich korrekt heißen sie Ohranpassstücke - bestehen aus Silikon.

Manche Firmen wie Hörluchs können sie auch aus Acryl fertigen. Laut einem Arbeitsmedizine r soll Acryl sogar noch besser dämmen.

Hast du schon mal einen Hörgeräteakusti ker gefragt, ob sie dir ein allergiefreies Material anbieten können?

Es kann natürlich auch sein, dass der Schweiß im Ohr zum Jucken führt. Das kenne ich von meinen Billig-In-Ear-Kopfhörern. Deren Lamellen bestehen aus Silikon.
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0#35Thorsten18.10.2016 17:12
zitiere DJ Alexander:
... wo das Monitoring halt nicht so toll ist und ich dann selber zu laut werde, wenn ich die Mixe nicht sauber höre. Ich werde mir die nächsten Wochen auf jeden Fall einen Pro Gehörschutz machen lassen,...

Hallo Alexander,

wie hast du das 30 Jahre ohne Hörprobleme geschafft?
Könnte auch am guten geschlossenen Technics-Kopfhörer liegen ;-)

Hast du schon mal probiert nur unter dem Kopfhörer zu mixen?
Damit machst du dich komplett unabhängig vom Monitoring.

An dieser Stelle herzlichen Dank an DJ Frank Sonique, der mir zeigte, dass ich keine Monitorboxen brauche.

Auch wenn es ungesund ist, 100 dB hören sich in einem Club nicht wirklich laut an.
Selbst bei 104 dB hatte ich in der GMD in Graz den Wunsch lauter zu machen.
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+1#36Franky28.01.2017 10:59
Hallo Thorsten,

Ist es ok wenn man diese Ohrabdrücke zu Hause selbst macht. Thomann bietet das bei dieser Serie hier an: https://www.thomann.de/de/elacin_gehoerschutz.htm

Danke und Grüße,
Franky
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0#37DJ Rewerb29.01.2017 11:38
zitiere Franky:
...
Ist es ok wenn man diese Ohrabdrücke zu Hause selbst macht.

Hallo Franky,

in der Thomann-Beschreibung steht, dass du eine Anleitung per E-Mail bekommst, wie die Ohrabdrücke zu machen sind. Ich glaube nicht, dass du die Abformmasse zugeschickt bekommst.

Auf keinen Fall würde ich mir ein selbst-aushärtende Masse alleine ins Ohr spritzen. Überlasse das besser den ausgebildeten Profis.

Dein Trommelfell muss mit Watte geschützt werden, damit die Abformmasse nichts kaputt macht.

Und vor dem Abdruck muss ein Ohrenarzt oder Hörgeräteakusti ker in deinen Gehörgang schauen, ob der Abdruck überhaupt gemacht werden darf. Falls im Ohr eine Stelle entzündet ist, werden sie dich wieder nach Hause schicken.

Für ein paar Euro Aufpreis macht das jeder Hörgeräteakusti ker. Ich glaube, das sind gut investierte 20 bis 30 Euro.
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+1#38Franky29.01.2017 18:00
Huhu,

ok,ich dachte das wäre so ne einfache Sache aber dann werd ich es doch besser beim Ohrenarzt/Hörgeräteakusti ker machen lassen.

Ich danke dir!
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