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Musik richtig sortieren, um Lieder schneller zu finden

Geschrieben von DJ Rewerb  
04.07.2016

Musik richtig sortieren, um Lieder schneller zu findenManchmal bin ich über mich selbst genervt, dass ich beim Auflegen mehr auf das Display meiner CD-Player achte, als auf das tanzende Volk.

Meine Vinyl- und CD-Sammlung kenne ich auswendig und weiß genau wo welches Lied steht. Bei MP3-Dateien fange ich mit der Sortierung von Musik wieder von vorne an.

Dabei habe ich nahezu alle Möglichkeiten ausprobiert, um meine Musik zu sortieren. Um es gleich vorweg zu nehmen, es gibt kein optimales System. Eine perfekte Sortierung gab es auch nie für Plattenbags oder CD-Koffer.

Jeder DJ wird ein eigenes System entwickeln müssen, um in Sekundenbruchteilen zu wissen, welches Lied wo steckt.

Qualität statt Quantität

Als Anfänger dachte ich, je mehr Musiktitel ich zu einer Veranstaltung mitnehme, desto flexibler bin ich am Abend. Doch damit beginnt ein Teufelskreislauf, weil dich die Menge an Liedern überwältigen wird.

Im MP3-Zeitalter ist es keine Seltenheit mehr, dass jemand 5.000 Songs auf der Festplatte hat. Damit stehst du vor einem gigantischen Berg an Möglichkeiten.

Diese Auswahl und vermeintliche Flexibilität verkehrt sich nun ins Gegenteil. Wie gelähmt blickst du auf eine endlose Liste an Musik. Je mehr Möglichkeiten du für den nächsten Song hast, desto schwieriger kann es werden eine Auswahl zu treffen.

Jeder, der mehr als 50 Schallplatten oder CDs besitzt steht vor dem gleichen Problem: Wie wird die Musik am besten sortiert? Dieses Massenproblem hatten früher jedoch nur DJs.

Im Endeffekt geht es darum auswendig zu lernen wo sich ein Lied in deiner Musiksammlung befindet. Auswendig lernen funktioniert jedoch nur, wenn du die Struktur gleich lässt.

Gleich und Gleich gesellt sich gerne

Bei allen Musiksortierungen die ich für Schallplatten, CDs und MP3-Dateien ausprobiert habe, entdeckte ich eine Gemeinsamkeit. Ähnliche Musik gruppiere ich zueinander.

Bestimmt hast du Lieder, die du gerne zusammen spielst. Dann würde ich damit beginnen diese Lieder hintereinander in die Plattenkiste zu stecken. In digitalen Playlisten funktioniert das über die Postion oder die Sortierreihenfolge.

In meinem Plattenkoffer sieht das zum Beispiel so aus:

  • Gloria Estefan & Miami Sound Machine - Conga

  • dahinter steckt Santa Esmeralda - Don't Let Me Be Misunderstood (12")

  • davor steckt Gibson Brothers - Cuba

Hinter Santa Esmeralda folgen einige Reggae-Platten, wie:

  • 10CC - Dreadlock Holiday

  • Bob Marley & The Wailers - Could You Be Loved

Diese zwei Lieder spiele ich meist erst viel später am Abend. Trotzdem bilden diese Schallplatten eine thematische Mini-Sammlung aus Latino- und Reggae-Musik.

Wenn ich also bei einem aktuellen Chart- und House-Set bin, kann ich diesen ganzen Bereich meines Plattenkoffers gedanklich ausblenden.

In einem Plattenbag oder einem CD-Koffer funktioniert das offensichtlich besser als mit einer digitalen Playliste. Auf keinen Fall soll diese Sortierung bedeuten, dass du diese Lieder in Zukunft immer in der exakt gleichen Reihenfolge spielst.

Wie organisiere ich am besten meine Musik?

Jetzt kommen wir zum schwierigen Teil. Woran machst du Gemeinsamkeiten fest, um Musik zu sortieren?

Ein Lied ist mehr als sein Genre, die Geschwindigkeit in BPM,
der Name der Interpretin oder das Erscheinungsjahr.

Zwar beschreiben diese Variablen einzelne Aspekte der Musik. Doch nicht einmal die Summe aller Variablen verrät was ein Lied wirklich auszeichnet.

Kriterien, um Musik zu sortieren

Damit du weißt, wovon ich genau spreche, beschreibe ich zunächst alle Möglichkeiten, die mir einfallen, um Musik zu sortieren.

Mögliche Variablen, um Musik zu sortieren:

  • Interpret, alphabetische Sortierung

  • nach Titelname

  • nach Musikrichtung, Genre, Musik-Stil

  • nach Geschwindigkeit in Beats per Minute (BPM)

  • Haupttonart, Key nach Camelot-System

  • Eigenes Nummern-System

  • nach Kaufdatum

  • Einsatzzeitpunkt: Vorprogramm, Prime-Time oder am Ende einer Party

  • Publikums-Reaktion

  • eigene Bewertungskriterien wie Sterne-System

  • nach Veröffentlichungsdatum

  • Chart-Faktor/Neuigkeitsfaktor

  • Energy-Level

  • Stimmung, die das Lied verbreitet

  • Plattenlabel

  • Katalognummer des Plattenlabels

  • ...

Diese Liste kannst du beliebig fortsetzen, um immer neue Möglichkeiten zu finden, nach denen sich Musik sortieren lässt.

Allerdings fallen mir zu jedem Sortierkriterium mehr negative Punkte ein, warum sie sich nicht eignen, um Ordnung in deine Musiksammlung zu bekommen. Verwende diese Sortiervorschläge bitte eher als Anregung.

Der schwierige Teil ist, dass sich die Gewichtung einzelner Variablen im Lauf einer Party ändert. Der Chart-Faktor ist zur Prime-Time wichtiger, dagegen vertraue ich zu Beginn und am Ende einer Party eher darauf die Publikums-Reaktion genau zu kennen.

Mein Gehirn schafft aus der Erfahrung heraus, die Lieder nach veränderlichen Variablen zu verwalten. Dagegen konnte ich keine DJ-Software finden, die diese Anforderung im Laptop abbilden kann.

Laptop-DJs wird es einfach gemacht, weil Musikprogramme wie Traktor, Serato und Co. eine Suchfunktion haben. Ich kenne viele DJs die super damit zurecht kommen.

Welche Sortierungen funktionieren nicht?

Eine Playliste, die nach BPMs, Genre oder alphabetisch sortiert ist, hilft mir nicht den nächsten Song auszuwählen. Deshalb ist ein Laptop auch kein Hilfsmittel, weil ich mich an die Stimmung eines Songs erinnern muss.

1. Namen des Interpreten alphabetisch sortieren

Als ich ungefähr 50 CDs besaß, habe ich meine Maxi-CDs alphabetisch sortiert. Und ganz schnell gemerkt, dass diese Methode keine Zukunft hat.

Zu seiner CD-Sammlung erzählte mir mein Onkel eine passende Anekdote:

"Kurz nachdem er mit meiner Tante zusammengezogen war, kam er eines Abends nach Hause. Meine Tante hatte seine CD-Sammlung in der Zwischenzeit alphabetisch in den CD-Ständer einsortiert.
Als ich die Geschichte bis hierhin gehört hatte, war mir sofort klar, dass es keine funktionierende Sortierung für eine Plattensammlung ist. Diese Sortierung hatten wir beide vergeblich ausprobiert.
Somit war die Geschichte wenigstens einen guten Lacher wert."

2. Eigenes Nummernsystem

Nach meinem Versuch mit der alphabetischen Sortierung versuchte ich mein Glück mit Nummern. Jede neue CD bekam eine aufsteigende Nummer verpasst.

Diese Nummern trug ich in eine Musik-Datenbank ein, die ich für den C64 programmiert hatte. Darin konnte ich sogar Mixvorschläge abspeichern, also weitere Lieder, die sich am besten dazu mixen lassen.

Aus der Datenbank druckte ich ich kleine Song-Zettel aus, die ich in die Maxis eingeklebt habe. Und die CD-Nummer klebte ich mit Tesafilm auf die Stirnseite.

Irgendwo bei Nummer 739 war mir klar, dass es ebenfalls eine Sackgasse ist.

Nach den Gigs konnte ich die CDs zwar schnell wieder in die richtige Reihenfolge bringen. Doch je mehr CDs ich kaufte, desto länger war ich damit beschäftigt die Daten in meiner Musik-Datenbank zu erfassen, Zettel und Nummern auszudrucken.

Bei den Massen an Musik, die ich nach Hause schleppte, hätte ich eine Daten-Stenotypisten halbtags beschäftigen können. Und dann war da noch das Problem, dass ich damals auf Vinyl umstieg.

3. Nach Geschwindigkeit in BPM sortiert

Gelegentlich spiele ich zusammen mit anderen DJs. Das ist eine Gelegenheit DJ-Kollegen über die Schulter zu gucken, wie sie ihre Musiksammlung organisieren.

An einen Kollegen erinnere ich mich nach zehn Jahren:

Seine top Hip-Hop-Tracks spielte er stur von 92 BPM bis 119 BPM hoch. Dafür kam er mit zwei identischen MP3-CDs aus und mixte im Ping-Pong-Verfahren einen Track nach dem anderen. Er wusste, dass jeder Song beim Publikum ankommt und hat die Geschwindigkeit immer weiter gesteigert.

Die Lieder aufsteigend nach BPMs zu sortieren, wäre also eine funktionierende Sortiermethode. Ich halte sie trotzdem nicht für besonders brauchbar.

Mir kommt es eher darauf an, mit dem nächsten Song eine bestimmte Wirkung auf der Tanzfläche zu erzielen. Die Geschwindigkeit spielt dabei eine untergeordnete Rolle, weil es schlichtweg egal ist, ob ein Lied 126 BPM oder 128 BPM hat.

4. Haupttonart und Energy-Level

Als alleiniges Sortierkriterium ist die Haupttonart nicht geeignet, darüber schrieb ich ausführlich im Blogpost "Harmonisches Mixen nach dem Quintenzirkel".

Die Tonart benutze ich, um Blöcke mit ähnlicher Musik in meiner CD-Mappe zu bilden. Wie im Beispiel der Minisammlung zur Latinomusik von weiter oben, kann die passende Tonart den Ausschlag geben, dass ich "Snap! - Rhythm Is A Dancer" neben "Culture Beat - Mr. Vain" einsortiere, weil sich beide Lieder harmonisch mixen lassen.

In der aktuellen Versionen schlägt die Software "Mixed In Key" einen Energy-Level als zusätzliche Variable vor. Dabei beschreibt ein Wert zwischen 1 bis 10 die Energie, den ein Lied auf die Tanzfläche bringt.

Für mich hat dieser Energy-Level keinerlei Bedeutung, weil ich weiß, dass Mr. Vain mehr Energie verbreitet als Rhythm Is A Dancer.

Eselsbrücken oder welchen Lernstil bevorzugst du?

Musik merke ich mir am besten über das Plattencover einer Vinyl oder einer CD.

Die Stimmung eines Songs kann ich mir sehr gut an der Farbe des Covers merken. Anhand der Farbe, dem Bild, dem Logo und sogar der Schmutzflecken sowie der Form der abgewetzten Ecken mache ich Art und Stimmung der Musik fest.

Diese Eselsbrücken helfen mir, mich daran zu erinnern, wie gut ein Lied bei einer ganz bestimmten Party funktioniert hat - auch nach zehn Jahren.

Mit einer Liste auf einem Computer-Bildschirm oder dem Display meiner CD-Player klappt das nicht. Deshalb muss ich viel länger durch diese Listen scrollen.

Sortierst du CDs anders als MP3s oder Vinyl-Maxis?

Bevor wir zu dem Teil kommen, in dem ich versuche mein Chaos-System zu beschreiben, ist mir noch etwas aufgefallen. Je nach Tonträger verwende ich leicht unterschiedliche Sortierungen, die eine Gemeinsamkeit haben.

Vinyl und einzelne Maxi-CDs ordnen

Für Schallplatten verzichtete ich von Anfang an auf ein strukturiertes Sortiersystem. Sondern ich stellte jeweils die Vinyls zusammen, die zusammen passten. Ähnliche Musik steht nebeneinander.

Die Songs ließen sich entweder perfekt ineinander mixen, bauten aufeinander auf oder waren vom gleichen Interpreten. So kamen Blöcke mit zehn oder 20 Vinyls zusammen.

Diese Mini-Sammlung steckte ich nacheinander in die Plattenkoffer. Je nach Gig und Zielpublikum sortiere ich einige Scheiben aus oder fügte andere hinzu.

Die Grundstruktur blieb jedoch immer gleich. Lieder die ich erst später spielen will, wandern weiter nach hinten. Damit war meine Gigplanung für den Abend abgeschlossen.

Im Laufe der Zeit prägte ich mir genau ein, wo welche Platte steckte. Den Suchindex für die Musik habe ich im Kopf.

Anhand der Struktur der einsortierten Vinyls, wusste ich genau, dass ich einen Houseklassiker nur im hinteren Viertel des zweiten Plattenkoffers suchen musst.

Erster Plattenkoffer

  • Lieder gegen Durchhänger früh am Morgen, Spät in der Nacht

  • Hauptprogramm (softer)

  • Hauptprogramm (Latino, Piano)

  • Hauptprogramm (elektronischer, härter)

  • Top-Aktuell: Must Play Prime Time

Zweiter Plattenkoffer

  • Allerletztes Lied

  • House Classics

  • Vorprogramm (Latino, Piano)

  • Vorprogramm (Disco)

  • Vorprogramm (soft, Einstieg)

  • Top-Aktuell: Must-Play Vorprogramm

Dritter Plattenkoffer mit 80er Jahre Musik

  • Allerletztes Lied

  • Hip-Hop

  • Party und Rock

  • Latino

  • Wave (Must Play)

  • Wave (später Abend, früher Morgen)

  • Funk

  • Disco (Top-Hits)

  • Italo Disco

  • Vorprogramm (Disco)

Maxi-CDs im CD-Koffer schnell finden

Ein typischer CD-Koffer aus dem Baumarkt lässt sich in drei Spalten einteilen, die ich so nutze:

Linke Spalte

Mittlere Spalte

Rechte Spalte

R&B

Hip Hop

R&B

Party

House-Vorprogramm

aktuelle Songs

Hip-House

House (Old School)

Rock

House (Must Play)

Ganz zu Beginn dieser Beschreibung bin ich über den Punkt hinweg gerauscht, dass es darum geht auswendig zu lernen, wo sich ein Lied in deiner Sammlung befindet.

Wenn ich "How Gee" spielen will, dann weiß ich, dass sich diese CD in der mittleren Reihe meines CD-Koffers befindet, relativ weit hinten. Es muss eine der letzten 10 Maxi-CDs sein. Das Cover ist schwarz-weiß.

Wenn ich ein 90er Hip-Hop Lied mit ca. 100 BPM spielen möchte, um mein Publikum so richtig zu rocken, dann muss ich im linken Fach des CD-Koffers relativ weit vorne suchen.

Für die besten Rockklassiker suche ich entweder den vierten oder fünften Track meiner selbst gebrannten Sampler-CDs oder ich suche in der rechten Spalte meines CD-Koffers, ungefähr in der Mitte.
Davor befinden sich übrigens die größten House-Klassiker, die rein gar nichts mit Rock zu tun haben. Das Cover von Insomnia leuchtet in der Farbe Orange und das Logo-Männchen des Plattenlabels ist in schwarz aufgedruckt.

CD-Mappen mit eigenen Sampler-CDs

Für ein paar Jahre schwörte ich auf CD-Mappen, in die ich selbst gebrannte Sampler-CDs einsortierte. Bei Musiksamplern wie Fetenhits oder Pop & Wave habe ich das Problem, dass ich manche Lieder nicht nacheinander spielen kann, weil sie sich auf der gleichen CD befinden.

Deshalb teilte ich die Lieder in die groben Genres Disco, Pop, Rock, HipHop, House, NDW, Soul, Schlager, Oldies und Pop&Wave ein. Und daraus leitete ich 20 Kategorien ab, die sich nebeneinander auf zwei CD brennen ließen:

  1. Pop Intro
    Pop Top
    Pop 90s
    House Soft/House Latino
    Latino
    Soft Party
    Pop Party
    Rock Intro
    Rock Top
    Rock Party
    Rock Classics
  2. Pop & Wave
    Wave
    Soul & Funk
    Reggae
    NDW
    Schlager
    CoolDown
    Rock Soft

MP3-Playlisten wachsen, bis sie unbrauchbar werden

Nach den CD-Mappen wechselte ich zu USB-Sticks. Anfangs fand ich es toll Musik direkt vom USB-Stick abzuspielen. Mit der Pioneer-Software Rekordbox kann ich Cues und Loops abspeichern. Dann kopiere ich die vorbereiteten Songs auf einen USB-Stick und bin fertig!

Je nach Gig stellte ich unterschiedliche Playlisten zusammen, die immer größer wurden. Und für kurze Zeit fand ich die Tagliste der Pioneer-CD-Player hilfreich. Diese Taglisten funktionieren so ähnlich wie Platten diagonal in die Plattenkiste zu stecken. Eine Art Lesezeichen und schnelle Orientierungshilfe.

Nach einem halben Jahr fiel mir auf, dass ich 70 bis 120 Songs auf dem Stick gespeichert hatte. 

Mit dem Playlisten-Sortiersystem stoße ich zurzeit an eine Grenze. Ich kenne nicht mehr alle Songs auf dem Stick auswendig. Das Minicover ist selten eine Hilfe.

Viel schlimmer finde ich, dass ich zurzeit mehr auf das Display der CD-Player starre als das Publikum zu beobachten.

...

Dieser Artikel ist noch nicht ganz fertig. In den kommenden zwei Wochen werde ich weiter daran schreiben. Unter anderem möchte ich meine Multivariate Chaos Sortierung erklären, den DJ als Bibliothekar und Kurator beschreiben und das Thema auswendig Lernen ausführlicher behandeln.

Hast du weitere Anregungen, um Musik besser zu sortieren? Schreibe deinen Tipp und deine Frage bitte als Kommentar, weiter unten auf dieser Seite.

 

Kommentare 

 
+3#1Lutz Scheffler05.07.2016 09:50
Ich glaube hier machst du dir etwas zu viele Gedanken. Der Großteil der DJs arbeitet mit MP3s, teilweise Vinyl, kaum noch CD. Also sollte man das Augenmerk eher auf eine MP3 Sortierung fokusieren. Dabei ist nicht zwingend die Sortierung selbst wichtig, sondern in meinen Augen eher ein korrekter id3Tag. Denn dort kannst du genau das eintragen, was du als Sortierkriteriu m angibst und genau danach suchen. Als Beispiel mal ein Beispiel wie ich sortiere: Als erstes der Titelnahme bei mir IMMER im selben Format (auch bei rund 25.ooo MP3s:
Künstlername, Vorname - Titel Laufzeit VÖ (mit Jahr-monat-tag) rmx quelle(also IT für iTunes oder BE für Bemusterung)
Nun nutze ich den id3Tag für weitere Infos zum Song wie z.B. das Genre, oder auch dem Kommentar (davon gibt es zwei, also im ersten steht der jeweilige Mix und im Comment2 dann Zusatzinfos für mich. Genauso nutze ich die Sternwertung 1-5.
Da ich Traktor Pro nutze, welches ja bei Eingabe eines Suchbegriffes überall sucht, bin ich da sehr flexibel und finde immer schnell, was ich brauche.
Kommen wir zur Ordnerstruktur. Meine Musik teilt sich in National + International (Standart und Pop) jeweils in 10 Jahres Dekaden. Dazu Latin, Folk, NDW, Rock, usw.
Diese Ordnerstruktur sehe ich und kann direkt darauf zugreifen oder Songs so sortieren, wie ich es brauche.
Auch Playlisten nutze ich. Diese werden regelmäßig umsortiert. Ich nutze u.a. Listen, die sich TOP100-Rock nennen, wo dann die derzeit besten 100 Rocksongs enthalten sind, oder TOP100, eine Liste mit 100 Songs, die man (fast) immer auf jeder Party spielen kann. Hier muss natürlich jeder für sich entscheiden, was er auflegt und wie er sortiert. Aber eins ist Fakt, du musst Deine Musik schon kennen und du musst dir einmal die Arbeit machen die einzelnen Songs richtig zu taggen. Da brauchst keine weitere Sortierung bei MP3s.
Aber dies sind natürlich nur meine Erfahrungen (mit denen ich allerdings schon über 25 Jahre gut fahre)
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+2#2Maik Blume05.07.2016 16:24
Also ich habe ähnlich wie Lutz auch eine Dekadeneinteilu ng. 60er, 70er, 80er usw. Innerhalb dieser (je nach Dekade) eine Untereinteilung in Disco, R&B, Party, Rock, NDW, Black, House, Elektro usw. Da ich nun auch schon über 30 Jahre im Geschäft bin, gab es auch in jeder Dekade absolute Hits, welche damals wie heute laufen - die sind in der jeweiligen Dekade unter "Evers". Selbst bei 60 "Evers" pro Dekade muss ich die nicht noch mal untersortieren, die kenn ich einfach und weiß auch welche Musikrichtung das ist. Dann gibts bei mir noch einen Ordner "Aktuelles". Dort dann auch wieder in Musikrichtungen unterteilte Unterordner - also Schlager, House, Party usw. Da sind dann aber nur Titel drin, die nicht älter als zwei Jahre sind. Und einen weiteren Ordner Playlisten - da hab ich dann einige Listen angelegt, mit Titeln die immer gut zu mixen sind und aneinander passen.
Ach und was mir gerade einfällt, letztens habe ich mir einen neuen Ordner andelegt "21" in Anlehnung an Thorstens 21 Florfiller, 21 HouseClassics etc. Aber den vervollständige ich z.Z. noch mit meinen eigenen "Empfehlungen" für mich selbst. ;-)
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+1#3Höppi05.07.2016 20:44
Hallo, schließe mich Maik an.
Habe mir meinen Gig-Ordner ähnlich angelegt. Oldie´s,80-ger,90-ger,Rock.New Rock, Schlager, Stimmung. Neu usw. Ist die engere Auswahl vom Ganzen. Seit letzter Woche auch einen Ordner Rewerb:-).Habe einfach die Playlisten mit aufgenommen Man kann ja immer mal eine Anregung für den Abend gebrauchen.
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0#4DJ Rewerb08.07.2016 09:27
Hallo Lutz,

sehr interessant, weil ich zum Beispiel nicht an das Land als Sortierkriteriu m gedacht habe.

Schreibst du alle Informationen wie "Künstlername, Vorname - Titel Laufzeit VÖ rmx quelle" immer in den Dateinamen?

Nehmen wir als Beispiel deine Top100 Listen.
Für mich hört es sich so an, als nutzt du diese Listen als eine andere Sicht auf die Musik, weil diese Lieder ja ebenfalls in der Ordnerstruktur auftauchen werden.
Ich vermeide es ein Lied über zwei Weg finden zu können.

Scrollst du häufiger deine Playlisten durch oder suchst die Musik über Suchbegriffe?
Verwendest du eine bestimmte Reihenfolge innerhalb deiner Top100-Listen? Oder findest du diese Lieder über die Suchfunktion?

Du bist der erste, den ich kenne, der das Kommentarfeld und die Sterne-Bewertung benutzt.
Setzt du diese Sterne, wenn du merkst, dass ein Lied besonders gut ankommt?

Wenn es ums Taggen der MP3s geht, halte ich mich auch sklavisch an mein eigenes System.
Trotzdem nutzt mir das nur wenig, um die Musik schneller auf dem Stick zu finden. Ich bin höchstens weniger verwirrt, weil ich zum Beispiel nicht den Feature-Artist im Titel stehen habe.

Ein DJ hat mir erzählt, dass er sich überhaupt nicht um die ID3-Tags und die Dateinamen kümmert. Stattdessen pflegt er diese Angaben nur in der DJ-Software.
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0#5DJ Rewerb08.07.2016 09:42
Hallo Maik,

ok, also du sammelst die besten Lieder in einem Evers-Ordner.
Hast du das als Playliste angelegt oder diese Lieder wirklich in einen anderen Ordner auf deinem Datenträger kopiert?

Die Genre-Einteilung hast du auswendig gelernt. Ich vermute, das ist dein Suchindex, den du eben im Kopf hast. Verstehe ich das außerdem richtig, dass du die restlichen Lieder als zusätzliches Material mitnimmst, falls du merkst, dass R&B aus den 70ern besonders gut bei deinen Gästen ankommt?

Jetzt meine etwas ketzerische Frage: Warum hast du die Lieder der Playlisten mit 21 jeweils 21 Liedern nicht jeweils in die eigentlich passende Struktur deines Sortiersystems eingefügt?
Ich fühle mich natürlich geehrt, dass du deine Playlisten erweiterst.

Und ich kenne das von mir selbst, als ich einen Ordner "Top" angelegt habe. Dort habe ich alle Lieder hinein gesteckt, die ich unbedingt spielen will. Andernfalls hätte ich sie vielleicht vergessen. Wobei mir das wiederum verdeutlicht, dass mein Sortiersystem nicht optimal ist.

Und vielleicht sollte ich mal die Dekaden-Sortierung ausprobieren.
Außer bei 90er Partymusik, finde ich die Übergänge zwischen den Jahrzehnten zu fließend. Zum Beispiel gab es Disco-Musik in den 70ern und den 80ern.
Die Houseklassiker stammen aus den 80ern und den 90ern.

Im Endeffekt verwende ich auf dem USB-Stick so etwas, was du als House-Evers Sortierung bezeichnen würdest.
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0#6DJ Rewerb08.07.2016 09:56
Hallo Höppi,

und hast du innerhalb der Jahrzehnte ebenfalls weitere Unterordner angelegt?
Denn ein Rock-Lied könnte doch gleichzeitig in den 80er-Ordner passen sowie in den Genre-Ordner Rock.

Irgendwie habe ich den Eindruck, dass auch du noch einen Suchindex im Kopf hast, den du zusätzlich zur Suchfunktion deiner DJ-Software benutzt. Oder ist das eine Unterstellung?

Ist mir ja fast peinlich, dass du den Ordner nach mir benennst ;-)
Benutzt du diese Playlisten als Notfallplan, falls dir nichts einfällt. Im Endeffekt werden da ja auch keine anderen Lieder drin sein, als in den Evergreen-Listen, die zum Beispiel Maik benutzt.
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0#7Lutz Scheffler18.07.2016 13:19
Wollte ausführlich antworten, Kommentar zu lang... nu ist der Text weg :-(
Ruf doch einfach an, dann beantworte ich gern alle Fragen:
04132 931142

Viele Grüße Lutz
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0#8Stefan Arlt15.09.2016 06:41
Hallo Thorsten,

tolle Zusammenfassung hast DU da aufgestellt und ich habe damals mit CD´s gestartet, welche ich auch aktuell als BackUp dabei habe. Den Umstieg aufs Digital-Mixing bin ich seit ca. 4 Monaten am Vorantreiben und habe vor 2 Wochen auch meine erstes 100% Digital-Set hinter mich gebracht.
Es klingt dramatisch und so war es auch. :-) Über 20 Jahre kenne ich meine 2 CD-Koffer und eine self-build-CD-Mappe.
Ich weiß genau, wo welche CD steckt, wo welches Lied ist, von wo nach wo welcher Übergang passt, welche CD ich als nächstes benötige noch bevor ich das Lied weiß.
Dieses 20 jährige Wissen nun auf Digital umzutrimmen ist eine echte Herausforderung .
Meine MP3 Sammlung (bereits seit 1994) hatte ich bis dato ausschließlich in Genres sortiert.
60er, 70, Latino, House, Rock, etc.
Das hat für Musikwünsche gereicht, denn das war die einzige Verwendung meiner MP3 Sammlung, um Musikwünsche zu finden.

Für das digitale Mixing musste aber nun etwas neues her, um genau den beschrieben Überblick NICHT zu verlieren.

Aktuell habe ich die Genre-Ordner untergeordnet mit den wichtigsten Musikrichtungen aus dieser Zeit. Bsp. 90er mit Unterordner: Pop, Dancefloor, Rock, Deutsch, Latino, Sonstiges
Allerdings habe ich aus ALLEN Unterordnern die "BESTEN" 3 bis 4 Songs in den Überordner 90er verschoben.
So habe ich im Ordner 90er direkt die BESTEN 30 Songs der 90er... und in den Unterordner auch tolle Lieder plus Lieder die halt einfach dazugehören.

Bei Funk habe ich z.Bsp. nicht die Masse an Songs und da habe ich nur 3 Unterordner: Classics und Aktuell (jeweils mit den Best OF) und einen Ordner "Sonstiges" mit allem anderen, was ggf. sich mal gewünscht werden könnte.

Desweiteren habe ich aus ALLEN Genres mir noch eine Art "Notfall-Ordner" gebaut. In diesem sind an die 50 Lieder welche für den Fall eines wirklichen Notfalls (ich breche mir den Fuß oder ich hab echt keine Ahnung was ich jetzt spielen soll) zum Einsatz kommen und auch von der Software alleine abgespielt werden könnte. :-) Aber wie gesagt, absoluter Notfall.

So, ich hoffe ich habe Euch nicht gelangweilt und vielleicht dem einen oder anderen geholfen.

Liebe Grüße,
Stefan

PS: Meine Koffer und CD Mappe habe ich nach wie vor dabei, da ich von dort immer noch mir Ideen und Inputs hole und diese dann in der Software eingebe. Mal schauen, wie lange noch... :-)
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0#9Michael K04.10.2016 10:20
Ich habe mir eine Software geschrieben, die in der ich jeden Titel (mp3/wav) in eine Datenbank (Flatfile) eingegeben habe. Es gibt unzählige Tags zu Musikrichtung, Themen, was immer einem zum jeweiligen Titel einfällt.
Natürlich sind Erscheinungsjah r und sogar Sprache etc. berücksichtigt.
Der Clou ist aber, dass ich Für jedes Jahr die Top 250 Plazierungen der letzten 50 Jahre für jeden Titel eingepflegt habe.

Am Ende kann ich eine Suche wie:
Reggae 1980-1989 sortiert nach aufsummuierter Chartplazierung in diesem Zeitraum starten.
Ich bekomme innerhalb einer Sekunde sehr genau das zurück, was ich auch selbst zu Fuß und mühsam gesucht hätte.

Die Pflege dieser Daten erfolgt manuell und ist sehr mühsam, doch der Aufwand lohnt sich.
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0#10Gerdy17.11.2016 09:23
Sehr schöner Artikel. In fast allen Punkten erkenne ich mich da irgendwie wieder. :)
Was die Vinyl-Sammlung angeht, mache ich es schon immer genau so wie du. Sortieren nach Stimmung, etc und in einzelnen 10er oder 20er-Blöcken. Dabei kommt oft ein System zustande das man einfach niemandem erklären kann. Du hast es aber weitgehend auf den Punkt gebracht ;)

Vor ein paar Wochen habe ich mich dann doch zum Laptop-Mixing mit Traktor durchgerungen.
Momentan probiere ich folgende Variante aus: Die früheren "Blöcke" sind nun einzelne Playlists in denen ich die Titel einsortiere. Ich importiere immer die Covers, damit ich die Titel schnell optisch erfassen kann. Hier ergibt sich sogar ein Vorteil gegenüber der Vinyl-Sammlung. Ein Titel kann auch mal in mehreren Blöcken bzw Playlists landen.
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0#11DJ JD14.12.2016 20:50
Das Sortieren ist der Punkt, den ich beim DJing am meisten unterschätzt habe, was den Zeitaufwand angeht.
Playlists nach Jahrzehnt, die dann noch Unter-Playlists haben, sind mir zu klein gewesen, aber ihr habt hier ja auch schon einige andere Kriterien genannt.
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0#12Soennke27.12.2016 00:17
Ich denke nicht, dass Du dir 'zu viel' Gedanken machst, vielmehr 'durchdenkst' Du das Thema. Das kenne ich selber sehr gut, DJ seit 20 Jahren, natürlich mit Vinyl begonnen. Die Beziehung zu eben diesem Medium ist tatsächlich einzigartig intuitiv; sicherlich aufgrund einer besonderen Beziehung, die sich vom ersten Erspähen an aufbaut, sowie der Anfassbarkeit. Zudem bin ich auch schon immer Musikliebhaber mit ausgedehnter Sammlung 'anderer' Musik, quasi Tape- und CD-erprobt. Später kam das ganze in digitaler Variante hinzu. DJ-Sets im Rechner zu sortieren gelingt mir hervorragend; hat auch längere Zeit gedauert, bis sich mein Bennungs- u. Taggingsystem soweit entwickelt hatte, dass es schlichtweg 'funktioniert' - immer, überall, für andere die bei mir stöbern.
Aber was das Digitale Auflegen angeht, also Audiodateien (ich nutzte anfangs MP3, seit langem AIFF) ist ein Graus. Ich habe auch schon alles Mögliche durchexerziert und noch mehr gegrübelt. Eine Lösung habe ich nicht gefunden und glaube ehrlich gesagt auch nicht mehr daran; wobei nicht end-depressiv klingen soll. Noch heute weiß ich genau, welchen Track ich auf welcher Vinyl finde, was ich mal draufskizziert hatte, wann u. wo ich sie gekauft hatte, welche Farbe das Cover u. Label haben, wo im Regal sie steht, welche anderen dazu passen bzw. davor u. dahinter stehen, wo im Case ich sie platziert hatte, wie dick u. in welchem Zustand die Papphülle ist, ob mit oder Papiersleeve geliefert, auf welchen Gigs sie die Tanzfläche zerissen hatten, ach... I just know them, totally! Selbst jene, die ich vielleicht seit 6, manche seit 10 oder mehr Jahren nicht mehr gespielt habe. Irre, unglaublich faszinierend!
Zu digitalen Tracks erinnere ich mich zuverlässig höchstens an einen gewissen Zeitraum des Kaufs - naja, der Begriff ist etwas fehl-angewendet, denn gestanden habe ich für Vinyls, stundenlang. Zu diesem ganzen 'heruntergeladen em Kram' (selbstverständ lich alles gekauft; nicht fehlt-interpretieren) bekomme ich einfach keinen tieferen Bezug. Einen Track, der zu einem Favorite wird, den ich dementsprechend rel. häufig spiele, finde ich wieder; dessen Titel kenne ich vielleicht, midestens das Cover hat sich eingeprägt. Alles andere ist für mich wirklich irgendwie(-wann) vergänglich.
Ich denke, das entspringt schlichtweg 1. dem Medium an sich, 2. dem totalen Overload an Releases bzw. dem Highspeed-Konsum der Musik, als auch 3. der digitalen=oberflächlichen Beziehung, was wir da 'erleiden'...
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